„Ein langer Weg zum Erfolg“


Er erlebt jeden Tag die verbotene Liebe, allerdings nur während der Dreharbeiten. Andreas Jancke spielt in der Vorabendserie „Verbotene Liebe“ die Rolle des charmanten Pensionsbesitzers Gregor Mann. Mit UNICUM sprach der 29-Jährige über den Alltag eines Serienschauspielers.

           

Wie nennen dich deine Fans: Gregor oder Andreas?
Die meisten nennen mich tatsächlich Gregor – viele wissen nicht, wie ich, der Schauspieler dahinter, eigentlich heiße. Glücklicherweise ist meine Rolle ein Sympathieträger!

Verbotene Liebe wird jeden Werktag ausgestrahlt – da müsst ihr einen ziemlich engen Drehplan haben. Wann probt ihr?
Wir proben montags, auch in Einzelcoachings oder in kleinen Gruppen. "

Gedreht wird dienstags bis freitags?
Für uns gibt es keine „normalen“ Arbeitstage. Je nachdem, in welchem Maße die Rolle in den Geschichten vertreten ist, kommen unterschiedliche Dreh- und Probenzeiten zustande. Es kann passieren, dass ich in einer Woche montags nur eine Stunde lang probe und nur zwei Tage drehen muss. Wenn es hart auf hart kommt, dreh’ ich in einer Woche aber auch mal durch. Dementsprechend fühlt man sich dann auch freitags. Mit „nine to five“-Bürozeiten hat das nichts zu tun.

Wann lernst du deine Texte?
Das ist so eine Sache! Am Anfang war man noch voller Inbrunst und hat sich vorgenommen, schon eine Woche vorher, den Text zu lernen. Mittlerweile ist die Routine da, man weiß, worauf es ankommt. Es geht mir leichter von der Hand, den Text erst einen Tag vorher abends zu üben. Man entwickelt ein unglaubliches Kurzzeitgedächtnis.

Du schlüpfst jeden Tag in die Gregor-Rolle. Identifiziert man sich irgendwann damit?
Das ist mir noch nicht passiert. Schon allein, wenn mich alle Gregor nennen, dann weiß ich, das bin nicht ich. Ich würde eher sagen, dass Gregor Züge von mir trägt.

Du machst das seit mehr als zweieinhalb Jahren. Legt man sich als Schauspieler nicht zu sehr auf eine Sache fest?
Man ist natürlich sehr gebunden, zumindest für die Dauer des Vertrags. Trotzdem will ich irgendwann einmal etwas anderes machen. Aber dafür bleibt wahrscheinlich momentan nicht viel Zeit. Das geht gerade schon ein bisschen unter. Wir müssen unheimlich flexibel sein, denn wenn ein Darsteller krank wird, oder das Wetter nicht mitspielt, kann plötzlich der Drehplan komplett umgekrempelt werden. Aber der Job ist zumindest für die Dauer des Vertrags ein sicherer Job, was in der Branche nicht ganz selbstverständlich ist.

Was hat dich gereizt, eine Serienrolle anzunehmen?
Am meisten hat mich gereizt, endlich zu schauspielern! Ich habe Medienwissenschaften studiert, in der Zeit in Kurzfilmen gespielt, die wir in Studi-Projekten gedreht haben. Da habe ich Blut geleckt. Ich arbeitete nach dem Studium erst einmal ganz normal in einer Marketingabteilung – aber als ich nach einiger Zeit als Komparse das Angebot der Gregor-Rolle bekam, habe ich mir gedacht, wenn nicht jetzt, dann nie.

Was für ein Fernsehprojekt würde dich besonders reizen?
Irgendetwas Intelligentes, Humorvolles. In der Art von „Türkisch für Anfänger“. Vielleicht auch eine Realsatire, die das Leben überspitzt darstellt. Es gibt leider in Deutschland viel zu wenig anspruchsvolle Fernsehprojekte.

Hast du einen Tipp für alle, die mit deinem Beruf liebäugeln? Man sollte alle Vorstellungen von der glitzernden Fernsehwelt über Bord werfen. Ob vor oder hinter der Kamera, es ist auch in diesem Wirtschaftszweig ein langer Weg bis zum Erfolg.

Nathalie Klüver

 

Quelle: Unicum